Barber Shops schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Ein tätowierter Typ, ein alter Barber Chair, dazu ein Vintage Apothekerschrank und fertig ist die Laube. Ok, ganz so einfach ist es nicht. Natürlich gibt es gute und schlechte Barber, teure und sehr teure. Wer aber einen ganz besonderen Laden sucht und gerade zufällig in Köln unterwegs ist, sollte im Gentlemen Barber Clubs vorbeischauen. Ein Treffpunkt für Kerle.

Wahlweise Kölsch oder Tantrum. Vor dem ersten Hallo schnappt man sich ein Getränk aus dem Kühlschrank und kommt erst mal in Ruhe an. Aber Achtung, wer zu spät zum Termin aufkreuzt, muss direkt Strafliegestützen machen. Da kennen Elmar, Felix und Jonny, die Macher des Ladens, keine Gnade. Ok, dann ab auf die fette braune Ledercouch zu den anderen Jungs. Frauen sucht man hier vergeblich. Warum auch? Es geht um Bärte. Die Burschen in der Ecke sehen so aus, als säßen sie schon Stunden oder Tage hier rum. Die einen haben ein Termin, die anderen sind einfach nur zum Rumlümmeln da. Wen man noch nicht kennt, dem stellt man sich vor. Selbstverständlich mit Handschlag und Ghettofaust.

Während man also so rumhängt und mit neuen und alten Bekanntschaften über allerlei Männerthemen palavert, vergisst man gerne mal, warum man eigentlich hier ist. Richtig, wegen der Matte. Also rauf auf den Bock und los. Beim Schneiden, Rasieren und dem ganzen anderen Gedöns, wird selbstverständlich der gute alte Herrenwitz gepflegt. Zartbesaitete sollten hier nicht ganz so genau hinhören. Denn so sauber die Klinge den Hals bearbeitet, so dreckig fallen gerne mal die Sprüche aus. Jeder bekommt sein Fett weg. Der Postbote, der Kunde und nicht zuletzt beschimpfen sich die drei Jungs gegenseitig auf wüste Art und Weise. Was für fiese Typen – herrlich.

Bart und Friese sitzen am Ende perfekt und ein paar gute Tipps zur Pflege gibt es auch noch obendrauf. Man muss schon sagen, die Gentlemen vom Barber Clubs verstehen ihr Handwerk. Das Erfrischende ist aber, sie nehmen es nicht all zu ernst. Genauso wenig wie sich selbst. Hier darf man einfach noch Kerl sein. Und wer Lust hat, geht nach Feierabend mit den drei Herren noch frisch frisiert einen saufen. Chapeaux Jungs, riesen Laden. Wir kommen gerne wieder.