Was soll ich tun, was soll ich machen? YEY or NAY ist die ultimative Entscheidungshilfe. Wir beschäftigen uns für dich mit den wichtigsten Fragen des Lebens und helfen dir, das Richtige zu tun. Heute zum Thema: Jetzt alles hinschmeißen und eine Kneipe aufmachen?

Die eigene Kneipe. Traum oder Himmelfahrtskommando? Wer mit dem Gedanken spielt, sein Glück hinter dem Tresen zu suchen, sollte sich das gut überlegen.

YEY: Du hast alles gesehen. In deiner eigenen Stadt, aber auch in Berlin und in all den anderen hippen Metropolen der Welt. Du weißt genau, was funktioniert und was nicht. Keiner kann dich aufhalten, wenn dein Konzept stimmt. Es gibt wahrlich genug Beispiele für erfolgreiche Gastronomie. Und nur weil du Meeresbiologie studierst, wirst du noch lange nicht zum besten Walforscher der Menschheitsgeschichte. Gib Gas, bleib dran, dann klappt das.

NAY: Lass es lieber sein.

YAY: Dieses Geschwätz von „Wer nichts wird, wird Wirt“. Mal ehrlich, es gibt nichts Cooleres als den eigenen Laden. Wenn du ihn zum Laufen bringst, kannst du den Traum leben. Den Traum, von dem alle anderen immer nur labern und nicht die Schnitte haben, es anzugehen.

NAY: Lass es wirklich lieber sein.

YAY: Du hängst eh ständig in Kneipen ab und trinkst ab sofort zum deutlich günstigeren Gastronomen-Einkaufspreis. Du verbindest quasi das Praktische mit dem Nützlichen.

NAY: Das ist ne hasige Milchmädchenrechnung. Und das weißt du auch. Das größte Problem für Wirte ist, wenn sie zu ihrem eigenen besten Kunde werden. Feierabendbierchen ist drin, mehr nicht. Sonst ist es schneller vorbei, als du „letzte Runde!“ rufen kannst.

YAY: Du bist eher ne Eule, keine Lerche. Die voraussichtlichen Arbeitszeiten passen gut zu deinem Biorhythmus. Wenn der Laden erst abends aufmacht und du Lieferantentermine und das andere Gedöns geschickt verteilst, stehen die Chancen gut, dass du öfters mal ausschlafen kannst.

NAY: Mann, genau das ist doch das Problem vieler Kneipiers. Nach einer Weile, sehnen sie sich nach geregelten Arbeitszeiten. Diese Nachts-Arbeiterei macht auf Dauer fix und fertig. Und man sieht es ihnen auch an. Beim kurzen Plausch an der Supermarktkasse fragt keiner danach, ob du gestern die härteste Schicht deines Lebens hattest. Hängen bleibt oft nur „Junge Junge, sah der fertig aus“.

YAY: Wenn du es schaffst, deine Kneipe als Treffpunkt für deine Clique zu etablieren, wirst du deine Freunde öfters sehen. Sie werden dich garantiert unterstützen, vielleicht sogar ab und an mal einspringen. Gibt es was Schöneres, als mit den Freunden gemeinsam an einem Herzblut-Projekt zu arbeiten?

NAY: Das ist der Anfang vom Ende. Deine Freunde werden Freigetränke erwarten, weil sie denken, dass sie nun an der Quelle sitzen. Sie werden sich in deinem Laden daneben benehmen und du wirst sehr oft sehr ernste Wörtchen mit ihnen reden müssen. Obwohl das das Letzte ist, was du eigentlich willst. Am Ende stellst du wahrscheinlich noch einen Kumpel mit Geldproblemen ein. Irgendwann wirst du gezwungen sein, ihn rausschmeißen, weil er einfach mehr der Typ Meeresbiologe ist und nicht so der Barkeeper, der Umsatz bringt. Es gibt kaum einen Beruf, bei dem es so schwer ist, Berufliches und Privates zu trennen.