Jeder kennt noch Aerobic, diese 80er Jahre Fitness-Nummer mit Leggins und Stirnband. Irgendwie strange, aber auf jeden Fall lustig. Was passiert eigentlich, wenn man genau diese Geschichte mal wieder aus der Kiste holt und mit fetter elektronischer Clubmusik abschmeckt? 

Leni Wolf aus Köln, ihres Zeichens Choreografin, Tanzpädagogin und Techno-Liebhaberin, hat genau das getan. Drei Mal pro Woche gibt sie Kurse in Rave Aerobic für Bewegungswütige und Liebhaber elektronischer Beats. Sportlich eine wilde Mischung aus klassischer Aerobic, Steppaerobic, Tae-Bo, Yoga, Ballett, Tai Chi, Voguing und Hip-Hop. Der Sound zum Training hat aber nichts mit den üblichen 0815-Fitnessstudio-EDM-Playlists zutun. „Knackig, druckvoll und temporeich muss er sein“, sagt Leni. „Es wird ausschließlich Qualitätstechno gespielt. Entweder meine Lieblingstracks oder, noch besser, Live-Sets von befreundeten DJs aus aller Welt.“ Aber nicht nur der Klang und das Gezappel machen Rave Aerobic zu Rave Aerobic. Der Ort ist entscheidend. Gruppen-Fitness auf Parkett vorm großen Spiegel, ok das gibt es auch. Lieber zieht Leni aber mit ihren Kursen durch die angesagten Kölner Clubs, über Festivals wie das Melt! oder man trifft sich einfach lässig mit mobiler Soundbox im Freien. Zum Beispiel im Park oder zum Abendsonnen-Workout an der Rheinpromenade.

„Es gab schon viele Highlights, aber ein echtes Zuckerstück war die Session bei 30 Grad im Sommer im Odonien“, schwärmt Leni. „The One and Only Erobique aus Hamburg hat uns die Ehre erwiesen und uns unter der Diskokugel mal so richtig zum schwitzen gebracht. Glitzer & Schweiß gemischt zu erobischen Beats! Ich habe jede Sekunde genossen.“ Klingt nach Spaß, ist es auch. Denn wo bitte sonst bekommt man während des Feierns eine zünftige Trommelfellmassage und den professionell gesetzten Muskelkater gleich mit obendrauf?

Als wären die Rave Aerobic Sessions nicht schon genug, schraubt die Kölnerin ständig an neuen Tanz-Projekten. „Die Arbeit an Musikvideos mit No Drama Productions macht auch immer mega viel Spaß. Ich liebe es, Bewegungsabläufe oder Tänze für die verschiedenen Tracks und Storys auszudenken“, erzählt sie sichtlich beschwingt. So erarbeitete sie zum Beispiel düstere Voodoo-Cheerleader für Kiko King oder eine Aerobic-Verarsche zu Hip Hop Beats von Mortis. Und ganz nebenbei hat sie den Jungs von OK KID für ihr Video von Gute Menschen noch das Schuhplattlern beigebracht. In diesem Sinne: Lass die Puppen tanzen, Leni.