Liebe Kracks über 1,90m, die ihr bereits im zarten Alter von 15 Jahren das erste mal die Pille in den Ring gestopft habt. Womöglich sogar mit geschlossenen Augen und einer 360° Pirouette. Ihr könnt jetzt getrost weiterklicken und euch entspannt einer anderen To-Do widmen. Alle anderen aufgepasst. Jeder sollte sich in seinem Leben einmal mit dem eigenen Dunk auseinandergesetzt haben. Wer hat ihn nicht, den Traum vom Fliegen? Gib’s zu, du willst doch auch mal am Ring hängen und unter den neidischen Blicken der Hater und dem Gejohle der eigenen Crew zur Landung ansetzen. Zu Recht. Aber Achtung, es handelt sich um ein Thema mit ordentlich Frustpotential. Es führt uns erschreckend deutlich unsere physischen und psychischen Unzulänglichkeiten vor Augen.

Die Körpergröße

Das Leben ist hart. Für Zwerge, die stopfen wollen, ist es allerdings um einiges härter. Fehlende Körpergröße gilt es mit atomarer Sprungkraft und perfekter Technik auszugleichen. Das macht die Aufgabe ungleich schwerer beziehungsweise fast unmöglich. Aber es gibt durchaus Beispiele, die auch die Pygmäen unter uns hoffen lassen, noch in die Hall of Fame der Freizeitsportler aufzusteigen. Wer kennt noch Spudd Webb? Der Typ war 1,70m und hat nicht nur als kleinster NBA Spieler aller Zeiten gedunkt, er hat sogar den Slam Dunk Contest 1986 gewonnen. Mit 1-fucking-70. Wenn das mal kein Ansporn ist.

Die Motivation

Stichwort Ansporn. Es wird wohl nicht reichen, sich die Geschichte vorzunehmen, einmal die Woche ein paar Kumpels auf dem Freiplatz zusammenzutrommeln und nach dem Spiel ab und an noch ein wenig Hüpfen zu üben. Es handelt sich um eine echte Lebensaufgabe mit allem Drum und Dran. Und als solche sollte sie angenommen werden. Wahrscheinlich musst du die Ernährung umstellen, ein paar Pfunde runter arbeiten, täglich Sprungkraftübungen machen und dich mit kleinsten Fortschrittchen zufrieden geben. Und am Ende besteht natürlich die große Gefahr, auch wenn wir den Teufel nicht an die Wand malen möchten, dass alles für die Katz war. Aber Kopf hoch. Du schaffst das.

Die Sportlichkeit

Du hast es nicht ganz so mit Leibesertüchtigung, bist auch bei Reisen in den ersten Stock eher der Typ Liftfahrer und schon eine Runde NBA live auf der Playstation sorgt bei dir für unkontrollierbare Schweißausbrüche und üblen Muskelkater? Gut, dann gilt für dich (zumindest einmal im Leben) wohl dasselbe wie für den obengenannten 1,90m Krack. Suche dir eine andere Aufgabe. Denn ein wenig Beweglichkeit sollte man schon mitbringen. Es muss ja nicht Basketball sein. Auch Hobby Kicker, Läufer und Arschbomber dürfen sich Chancen ausmalen, bald den Woody Harrelson zu machen.

Die biologische Uhr

Memento mori. Nichts ist vergänglicher als die Chance darauf, noch einmal im Leben zu dunken. Wenn du ernsthaft mit dem Gedanken spielst, dann leg los und zwar heute. Oder noch besser gestern. Denn dieses Vorhaben ist schwierig genug auch ohne körperliche Zipperlein. Ab Mitte 20 nimmt die Wahrscheinlichkeit rapide ab, ab 30 brauchst du schon sehr, sehr viel Gottvertrauen, um noch ans Dunken zu glauben. Auch wenn der gute alte Spud Webb, mittlerweile so um die 50, wohl immer noch dunkt. Aber deine Zeit ist jetzt.

Ok. Halten wir fest. Es gibt vier knallharte Faktoren, die über deinen Weg zum Dunk entscheiden. Egal wie man sie kombiniert, mindestens zwei davon sollten auf der Habenseite stehen. Sonst wird es wirklich eng. Oder denkst du, ein steinalter laufender Meter wird es ohne Motivation packen, nur weil er ein toller Faustballer ist?