Was soll ich tun, was soll ich machen? YEY or NAY ist die ultimative Entscheidungshilfe. Wir beschäftigen uns für dich mit den wichtigsten Fragen des Lebens und helfen dir, das Richtige zu tun. Heute zum Thema: Als Barkeeper anfangen?

Wäre es nicht traumhaft, als Barkeeper zu arbeiten und quasi fürs Feiern bezahlt werden? Und so stressig kann der Job ja wohl nicht sein.

YEY: Freie Drinks. All night long. Du bist der Herr über den Zapfhahn. Du bist der König der Spirituosen. Und endlich, endlich berührt auch mal hochwertiger Alkohol deine Lippen, ohne dass sich ein großes Loch in deinen Geldbeutel brennt und du dich die restliche Woche nur noch von Nudeln mit Ketchup ernähren kannst.

NAY: Du hast null Erfahrung und keine Vorstellung davon, wieviel du dir überhaupt erstmal drauf schaffen musst, bis du halbwegs souverän durch den Abend kommst. Zuallererst musst du zum Beispiel in kürzester Zeit die ganzen Mixings auswendig lernen.

YEY: Ach ich lerne schnell und so schwer kann das nun ja auch wieder nicht sein. Außerdem ist das ja durchaus ein spielerisches Lernen in der besten Atmosphäre überhaupt. Die kostenlosen Drinks nicht zu vergessen.

NAY: Die beste Atmosphäre überhaupt ja? Dauerbeschallung wie im CIA-Folterkeller. Prolls kommandieren dich rum und du saust dich permanent mit irgendwelchen mehr oder minder flüssigen Sachen ein. Und immer schön Lächeln. Achja: Von den Arbeitszeiten, die dich bis 6 Uhr in dem Schuppen halten, fang ich jetzt gar nicht erst an.

YEY: Du nennst es schlechte Arbeitszeiten, ich nenne es die besten Arbeitszeiten. Die Freunde werden schön mit Freigetränken geködert und die Bar wird zum Zweitwohnsitz, nur mit besserem Alkohol. Du wirst als Barkeeper quasi fürs Feiern bezahlt. Achja und Freialk die ganze Nacht.

NAY: Ach du glaubst wirklich, dass du die ganze Zeit lässig hinter der Bar verbringen wirst und einen Cocktail nach dem anderen mixt? Knapp daneben. Du wirst viel schleppen und aufräumen und das Beste: Kotze und Scherben aufputzen. Ja, auch gerne in der Kombination.

YEY: Dabei komm ich wenigstens etwas in der Bar rum und lerne neue Menschen kennen. Jeder weiß, dass es den Bonus für Barkeeper gibt und das ein oder andere Mädel gern noch bis zum Schichtende dableibt. Habe ich schon das mit den Freigetränken erwähnt?

NAY: Ich stimme dir in dem Punkt zu, dass es aufgrund deines Jobs einen regen Austausch von Körperflüssigkeiten geben wird. Warte mal ab, bis dir die ersten Kunden ins Gesicht spucken, wenn sie versuchen mit ihrer Bestellung die Musikbeschallung zu übertönen. Am Ende des Abends hast du dann die DNA der halben Bar im Gesicht.

YEY: Ach, einmal kaltes Wasser ins Gesicht und nen gratis Gin Tonic hinterher und das passt.

NAY: Ich seh schon, du wirst zu deinem besten Kunden werden.

So Freundchen, jetzt musst du dich entscheiden. Wechselst du die Barseite und wirst zum berühmt berüchtigten, dauerdichten Ausschankkönig, den man tagsüber allenfalls mit teebeutelartigen Tränensäcken unter den Augen antrifft? Oder bleibst du auf der entspannteren Seite des Tresens und hoffst auf Freigetränke des befreundeten Alkoholikers hinter der Bar? Mehr können wir nicht für dich tun, die Entscheidung triffst du.